Header-Bild

Nachrichten zum Thema Aktuelles

 

25.09.2020 in Aktuelles

Neutrassierung der 380 kV-Leitung

 

Völlig überraschend änderte der Übertragungsnetzbetreiber Tennet den bisherigen Trassenverlauf der 380 kV-Leitung. Vor fünf Jahren hatten sich der Kreis, die betroffenen Gemeinden und Tennet auf einen zukünftigen Trassenverlauf der 380 kV-Leitung geeinigt, der für alle Beteiligten am verträglichsten erschien. Sicher stand in der Einigung in einem Nebensatz die Möglichkeit, Änderungen vorzunehmen. Aber nun wird die damalige Entscheidung völlig auf den Kopf gestellt. Eine Trasse (damals als Süd 3 bezeichnet), die keinerlei Bedeutung hatte, wird mit einmal die Vorzugsvariante.

Die Gemeinde Sierksdorf war nicht nur im höchsten Maße verwundert, sie empfand das Vorgehen von Tennet als unverschämt. Die Gemeinde wurde dazu aufgerufen, innerhalb von sechs Wochen eine gemeindliche Stellungnahme abzugeben: Mitten in der Sommerpause, in der keine Fachausschussberatungen stattfinden konnten und in der die meisten ehrenamtlichen Gemeindevertreter im Urlaub waren; eine Stellungnahme über ein Verfahren, zu der keinerlei Informationen und Daten vorlagen, um die Auswirkungen für unsere Gemeinde realistisch abzuschätzen. Die Gemeinde erhielt lediglich eine Karte von Ostholstein, durch die mit einem breiten Textmarker eine Linie gezogen war: die in etwa angedachte Trasse.

Inzwischen hat Tennet versucht, ihre neuen Pläne zu begründen. Zum einen gibt es jetzt die juristische Möglichkeit, Infrastrukturmaßnahmen zu bündeln. Kleinteilige Untersuchungen des Raums ergeben jetzt neue Erfahrungen und neue Gestaltungsmöglichkeiten. Des Weiteren haben Untersuchungen gezeigt, dass Vogelschwärme, die vom Wasser kommen, schneller an Höhe gewinnen. Ein ständig wiederkehrendes Argument ist die Aussage, möglichst kostengünstig zu bauen, um den Verbrauchern keine höheren Kosten aufzubürden.

Alte Fragestellungen tauchen wieder auf: Benötigt man überhaupt eine 380 kV-Leitung? Kann der produzierte Strom nicht in Ostholstein direkt in den Verbrauch fließen? Ist eine Umwandlung in Wasserstoff vor Ort machbar? Ist eine Erdverkabelung nicht möglich? Wie sieht es mit der Möglichkeit aus, den erzeugten Strom in 220 Volt Gleichstrom umzuwandeln und diesen dann mittels Erdverkabelung in das Kiesbett der Autobahn oder der Schienenhinterlandanbindung zu verlegen? Die Antwort von Tennet kommt prompt. Der Bundestag hat eine 380 kV Leitung beschlossen und an diesen Beschluss hält sich Tennet. Auch die Landesregierung versteckt sich hinter dieser Entscheidung.

Aber was ist mit den Menschen, die hier leben? Die mit einer Überbündelung von Infrastruktur leben müssen: der Autobahn, der Bäderbahn, der kommenden Schienenhinterlandanbindung, der 110 kV- Leitung und jetzt auch noch der 380 kV Trasse. Was soll der Landwirtschaft noch an Landverlusten zugemutet werden? Was ist mit dem Tourismus, der sich schon lange nicht mehr nur an der Küste profiliert hat?

Die Kommunen werden mit ihren Sorgen und späteren Folgekosten alleine gelassen. Man hat es hier mit Veranstaltungen zu tun, die einem das Gefühl geben sollen, gehört und in Planungen mit eingebunden zu werden. Im Grunde haben wir gar keinen Einfluss auf die kommende Entwicklung. Vielleicht sollte sich der Umweltminister Herr Albrecht langsam zu Wort melden und die Belange der Menschen hier vor Ort vertreten. Der Bundestag könnte ja vielleicht von seiner Bedingung „unbedingt 380 kV Trasse“ Abstand nehmen. Sein Vorgänger Herr Harbeck hatte sich ja stark für die erste Variante (Trasse Süd 3) eingesetzt.

Text: Udo Gosch
Foto: pixabay.com

 
 

25.09.2020 in Aktuelles

Europa und die Regenwälder der Welt - ein gekürzter Bericht von Delara Burkhardt

 

 

Liebe Europainteressierte,

habt ihr heute schon Kaffee getrunken oder Schokolade gegessen? Könnt ihr mit Sicherheit sagen, dass die enthaltenen Kaffee- und Kakaobohnen oder das Palmöl nicht zur Entwaldung beigetragen haben? Die EU importiert die Zerstörung der Regenwälder der Welt. Für 25 % der Weltbevölkerung sind Wälder Lebensgrundlage und Einkommensquelle. Jede Stunde wird weltweit eine Waldfläche in der Größe von 800 Fußballfeldern vernichtet. Schuld daran trägt vor allem der Holzabbau und Brandrodungen, um Platz zu schaffen für Soja, Palmöl, Mais Kautschuk, Kaffee oder Kakao. 10 % davon, also 80 Fußballfelder, fallen auf uns und unseren Konsum in der EU zurück.

Die massive Vernichtung von Wäldern hat katastrophale Auswirkungen auf Natur und Menschen. Emissionen aus der Vernichtung von Wäldern machen mit 12 % weltweit den zweitgrößten Treiber des Klimawandels aus. Die Zerstörung von Wäldern geht oft mit Verletzungen von Menschenrechten einher.

Was können wir in Europa tun, um unseren Entwaldungs-Fußabdruck zu verkleinern? Diese Aufgabe ist mir als sogenannte Berichterstatterin vom Europäischen Parlament übertragen worden. Am 15. Juni 2020 wurde ein erster Bericht veröffentlicht. Damit habe ich den ersten Schritt getan, um ein neues EU-Gesetz zu schreiben, das sog. entwaldungsfreie Lieferketten in Recht setzt. Freiwillige Vereinbarungen reichen nicht aus. Auch Label verlagern die Verantwortung lediglich auf uns Konsumenten. Vor dem Supermarktregal ist schwer zu erkennen, welche Nachhaltigkeitskriterien hinter einem Label stecken und ob ihre Einhaltung glaubwürdig überprüft wurde.

Dafür braucht es einen politischen Rahmen, den ich auch hier in Schleswig-Holstein mit der „Initiative Lieferkettengesetz“ und verschiedenen Unternehmen diskutiert habe. Denn ohne eine nationale Umsetzung und die Akzeptanz vor Ort geht es nicht. Aber am Ende können wir uns sicher sein, dass für unsere Schokolade oder unseren Kaffee keine Wälder sterben mussten.

Mit solidarischen Grüßen

Der Berichtsentwurf von Delara geht nach der Sommerpause in den Umweltausschuss. Unter ihrer Leitung beginnen die Fraktionen mit Verhandlungen über Kompromisse. Ende September wird dann im Umweltausschuss über die Anträge – mit oder ohne Kompromiss – abgestimmt. Für die finale Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlamentes mit einer mehrheitlichen Zustimmung für ihren Entwurf drücken wir Delara ordentlich die Daumen!

Text: Udo Gosch
Foto: Marc Fricke

 
 

13.09.2020 in Aktuelles

Wegweisende Entscheidungen

 

Auf der letzten Bauausschusssitzung gelang es unserer Fraktion letztendlich, die Blockadehaltung der CDU zu zwei Großprojekten aufzubrechen. Nach neun Jahren intensivster Gespräche, diversen Ausschusssitzungen, Bürgerworkshops und Einwohnerversammlungen sind nun endlich die Aufstellungsbeschlüsse für das Hotelprojekt und für die geplante Wohnbebauung im Bereich der Strandkoppel beschlossen worden. In den nächsten Wochen kann nun begonnen werden, die Bauleitplanung voran zu bringen.

Auch der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Roge wurde endlich beschlossen. Vor diesem bahnbrechenden Abend ist jedoch viel „Porzellan zerschlagen“ worden. Dem Architekten wurde von der Gegenseite vorgeworfen, mit unlauteren Zahlen zu agieren, der Bauamtsleiterin wurde ein falscher Ton vorgeworfen und unserer Fraktion wurde eine politische Intrige angedichtet. Im Ausschuss selbst wurde dann eine Wirtschaftlichkeitsüberprüfung zu zwei unterschiedlichen Standorten des Gerätehauses vorgestellt. Nach unendlich vielen sachlichen und unsachlichen Fragen und Argumenten wurde dann doch letztendlich die aus unserer Sicht richtige Entscheidung getroffen.

Am Ende der Diskussion gab der Fraktionsvorsitzende der CDU mit großer Unverfrorenheit zum Besten, dass die Fraktion FWV/SPD der große Hemmschuh in dieser Sache gewesen sei. Seiner Meinung nach hätte der Bau des Gebäudes schon vor zwei Jahren abgewickelt werden können. Der Ton macht die Musik. Von guter Zusammenarbeit kann hier nicht geredet werden. Danken

möchten wir auf jeden Fall unserem Stadtplaner Herrn Nagel, unserem Architekten Herrn Hoffmann und der Bauamtsleiterin Frau Cleven, die durch ihre fundierte Arbeit zum Gelingen dieser Entscheidungen beigetragen haben.

Foto: Thomas Garken

 
 

19.08.2020 in Aktuelles

Sommersaison zu Corona-Zeiten

 

Die Corona-Pandemie hat enorme Auswirkungen auch auf die Sommersaison am Sierksdorfer Strand. Da die deutsche Bevölkerung durch die Warnungen für einen Urlaub im europäischen Ausland in ihren Reiseplänen stark eingeschränkt wurde, war die innere Lübecker Bucht das sichere Hauptreiseziel der gesamten Bundesrepublik. Traumwetter mit Temperaturen über 30 Grad führte dann auch noch zu einem deutlichen Anstieg der Tagestouristen u.a. in Sierksdorf. So konnte unsere TSS pro Badetag einen Besucherstrom von 8000 bis 10000 Gäste registrieren.

Dies wurde für uns zu einer großen Herausforderung bezüglich der Umsetzung der Corona-Regeln am Strand. Die Parksituation erforderte eigentlich viele Maßnahmen, die wir gerne getroffen hätten, leider waren uns die Hände gebunden. Es galt Ruhe zu bewahren um couragiert eingreifen zu können.

Die Situation am Strand war bis auf wenige Ausnahmen immer vertretbar. Es war glücklicherweise nur wenig Unverständnis für die notwendigen Maßnahmen vorhanden. Die Beschwerden hielten sich in Grenzen.

Allerdings hatte die Gemeinde zur Unterstützung ihres vierköpfigen Strandpersonals, zum Teil mit Ordnungsamtsbefugnissen ausgestattet, an den Wochenenden noch zusätzlich einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. Ebenso waren Frau Hufnagel von der Werksleitung TSS und der Bürgermeister mehrmals am Tag im Ort unterwegs, um sich selbst einen Überblick zu verschaffen. Das ein deutlich erhöhtes Müllaufkommen zu verzeichnen war, ist nur natürlich. Man kann in diesem Zusammenhang dem Strandpersonal, dem Bauhof und den Mitarbeitern der TSS nur ein ganz großes Lob für ihre geleistete Arbeit in brütender Hitze aussprechen.

Weitaus chaotischer gestaltete sich die prekäre Parkplatzsituation. Obwohl im Strandticker die Ampeln auf Rot standen, obwohl aufgestellte Banner und LED-Tafeln an allen Zufahrtsstraßen auf die überlastete Situation hinwiesen und obwohl im Radio und auf den Bahnhöfen Durchsagen vom Besuch der Bäder abrieten, kamen immer mehr Gäste an die Ostsee. „Wie, haben wir immer noch Corona?“ Um die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge sicher zu stellen, plante die Gemeinde, Straßensperrungen vorzunehmen, was aber aus juristischen Gründen vom Kreis untersagt wurde. Erst als der Bürgermeister gemeinsam mit der TSS den Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz kontaktiert hatte, verbesserte sich die Situation ein wenig. So war eine deutlich erhöhte Polizeipräsenz zu verzeichnen und für die Zukunft wurde ein Treffen vor Ort vereinbart, um weitreichende Maßnahmen festzulegen.

Vor fünf Monaten war Deutschland zu einer echten Gemeinschaft mit viel Zusammenhalt, gegenseitiger Hilfe und auf einander achtgeben geworden. In Zeiten dieser heißen Urlaubsphase entsteht jedoch der Anschein, dass es mit Solidarität und Rücksichtnahme nicht mehr weit her ist. Die riesigen Müllberge lassen auch den Schluss zu, dass der Kampf um den Umweltschutz wieder vergessen ist. Lass man die anderen machen! Zuerst ich lautet für viele wieder die Parole. Der gesamte Pandemieverlauf wird wieder aufs Spiel gesetzt von all denen, die sich ihre eigenen Regeln aufstellen.

Foto: Franziska Haarig

 
 

15.08.2020 in Aktuelles

Offene Sprechstunden für die Bürger*innen der Gemeinde Sierksdorf

 

Der Sierksdorfer Bürgermeister Udo Gosch teilt mit, dass die offenen Bürgersprechstunden nach dem Corona-Lockdown wieder regelmäßig stattfinden.

Dieser Termin findet wie bisher regelmäßig an jedem Mittwoch von 18.00 bis 18.30 Uhr im Haus des Gastes, Vogelsang 1, statt. Dem Bürgermeister ist es wichtig, auf Fragen und Anregungen der Bürger und Bürgerinnen jeglichen Alters einzugehen. Sie können ohne vorherige Terminabsprache diese Möglichkeit mit ihm zu diskutieren gerne nutzen.

Natürlich ist er auch zwischen den Terminen für seine Mitbürger da. Vereinbart werden kann dann ein Termin unter 04563/7428 oder unter udogosch@gmx.de.

Foto: Thomas Garken 

 
 

Mitglied werden!

 

Unsere Abgeordnete

 

Social Media

 

Ostholstein