Hinterlandanbindung
Zu einem informellen Treffen hatte die Bahn am 08.04.2015 nach Scharbeutz eingeladen. Die Trasse aus dem Raumordnungsverfahren streift leider zwei FFH-Gebiete. Eine Erlaubnis für die Querung dieser Gebiete kann nur die EU erteilen. Solange es aber Alternativen gibt, wird sich Brüssel mit dieser Thematik erst gar nicht beschäftigen. Mit der Bestandstrasse und der sogenannten Optimierungstrasse sind zwei Alternativen vorhanden.
Erstmalig stellte die Bahn nun die Höhenlinien der Optimierungstrasse vor. Unter Berücksichtigung des maximalen Anstieges und maximalen Gefälles (12 Promille) und Festlegung der Haltepunkte und Ausweichspuren (höchstens 2,5 Promille) plant die Bahn folgende Trasse in unserem Gemeindegebiet:
Verlauf nördlich des Ehrenfriedhofs in Haffkrug und südlich der BAB mit deutlicher Dammlage bis zur Mitte Sierksdorfs. Vor dem Altonaer Weg würde es einen Zubringer zur Bestandstrasse Richtung Neustadt geben und damit der Bahnhof in Sierksdorf erhalten bleiben. Aufgrund der angesprochenen Höhenlage verschiebt sich der Altonaer Weg dann in Richtung Stawedder. Auch der Mühlenredder würde kurz vor Roge einen anderen Verlauf nehmen. Es wurden noch keine Angaben zum Lärmschutz gemacht.
Sollte die Feste Fehmarnbeltquerung kommen, lässt sich jetzt schon ahnen, dass die Bahn die vorgestellte Trasse favorisiert. In dem CDU-Magazin (Ausgabe April 2015) für Mittelstand und Wirtschaft in Lübeck & Ostholstein bezeichnet MDL Alexandra Dinges-Dierig die Paralleltrasse als notwendige Maßnahme, um die Ostseebäder vor Güterdurchfahrtverkehr zu bewahren. In Lübeck sieht man sogar einen immensen Vorteil darin, die Hinterlandanbindung HL Richtung Puttgarden als Hochgeschwindigkeitsstrecke mit 200 km/h zu konzipieren. Sie staunen? Wir auch! „Im Umgang mit Menschen wird mir immer wieder bewusst, wie wenig man voneinander weiß und dass man nicht aufhören darf, gegenseitiges Begreifen zu üben.“ (Zitat der Prinzipalin Ursula Ruder aus dem Buch „Menschen in Ostholstein“ von Annemarie Borgwardt) Frau Merkel bezeichnet „das Gebiet, wo die Beltquerung ankommt, als dünn besiedelt und spricht den Menschen eine bestimmte Lebenssituation zu. Jede Veränderung ruft Gegenwind hervor. Vielleicht sollte Angela Merkel mal einen Blick in das besagte Buch werfen. Hier ist von einer Landschaft mit sprödem Zauber die Rede. Die Bevölkerung dieser Region hat in ihrer Zusammensetzung nach dem Krieg unterschiedlichste Lebenssituationen erfahren müssen. Dieses hat die Bewohner geprägt und auch verändert. Der unter dem Künstlernamen „Oscar“ bekannte Maler und Karikaturist hat hier seine zweite Heimat gefunden. Es war „die kleinen Idylle“, die nicht nur ihn zum Zeichnen inspirierte. Die Bilder der Zukunft: vorbei rasende Züge, die hohen Masten der Stromleitungen und unkontrollierte Windkraftanlagen!






