
Friedhof der vergessenen Opfer
Friedhof der vergessenen Opfer
Traumhaftes Sommerwetter, Sonnenschein pur und trotzdem kommen rund 100 Besucher zur Vorstellung der ersten Dokumentation über den Cap Arcona-Friedhof Haffkrug. Dies ist ein Beweis dafür, dass die Cap Arcona Tragödie auch heute immer noch präsent ist. Am 3. Mai 1945 versenkte die Royal Air Force versehentlich den Frachter Thielbek und das Passagierschiff Cap Arcona, die mit Häftlingen des KZ-Neuengamme in der Neustädter Bucht vor Anker lag. Mehr als 7000 Menschen kamen dabei ums Leben. Der Cap Arcona-Friedhof Haffkrug mit seinen 1123 Grabstellen ist der Gedenkort für die Opfer dieser Katastrophe und für weitere Verfolgte des NS-Regimes. Akribisch hat der Präses der Kirchenkreissynode und ehemalige Schulrat Dr. Peter Wendt die Geschichte dieses Mahnmals dokumentiert. Er berichtet, dass unmittelbar nach der Tragödie die Opfer überall in der Lübecker Bucht in Strandnähe vergraben wurden. Danach kam es zu einer Zeit des Schweigens. Deutschland war mit dem Wiederaufbau beschäftigt und verdrängte die Gräuel des Krieges. Erst 1950 werden die ersten Umbettungen innerhalb Haffkrugs zum Cap Arcona-Friedhof durchgeführt. 1954 folgten dann die Umbettungen aus Sierksdorf mit Opfern der Schiffstragödie aber auch mit den Toten des sogenannten „Ausländerfriedhof“ vorgenommen. 1958 erfolgten dann die letzten Umbettungen. Anlässlich eines Spendenaufrufs hinsichtlich der Umgestaltung und Aufwertung des Ehrenfriedhofs 2023 erstellte Armin Müller-Stahl ein Bild. Dieses Bild interpretiert er wie folgt: „Ein Besucher steht vor dem Cap Arcona-Friedhof, liest die Informationen und verschwindet. Hat er was gelernt? - Hat er nicht! wie wir aus heutiger Sicht über den Vormarsch und die Zunahme von rechtsextremen Gruppierungen und Parteien wissen“. Bedingt durch die tropischen Temperaturen und durch eine große mentale Anspannung erlitt Herr Wendt einen Schwächeanfall, sodass die Veranstaltung früher beendet werden musste. Der SPD-Ortsverein Sierksdorf wünscht Herrn Dr. Wendt auf diesem Wege gute Besserung und bedankt sich gleichzeitig für sein jahrelanges Engagement zur Aufarbeitung der Cap Arcona Tragödie.






