25.09.2020 in Aktuelles

Europa und die Regenwälder der Welt - ein gekürzter Bericht von Delara Burkhardt

 

 

Liebe Europainteressierte,

habt ihr heute schon Kaffee getrunken oder Schokolade gegessen? Könnt ihr mit Sicherheit sagen, dass die enthaltenen Kaffee- und Kakaobohnen oder das Palmöl nicht zur Entwaldung beigetragen haben? Die EU importiert die Zerstörung der Regenwälder der Welt. Für 25 % der Weltbevölkerung sind Wälder Lebensgrundlage und Einkommensquelle. Jede Stunde wird weltweit eine Waldfläche in der Größe von 800 Fußballfeldern vernichtet. Schuld daran trägt vor allem der Holzabbau und Brandrodungen, um Platz zu schaffen für Soja, Palmöl, Mais Kautschuk, Kaffee oder Kakao. 10 % davon, also 80 Fußballfelder, fallen auf uns und unseren Konsum in der EU zurück.

Die massive Vernichtung von Wäldern hat katastrophale Auswirkungen auf Natur und Menschen. Emissionen aus der Vernichtung von Wäldern machen mit 12 % weltweit den zweitgrößten Treiber des Klimawandels aus. Die Zerstörung von Wäldern geht oft mit Verletzungen von Menschenrechten einher.

Was können wir in Europa tun, um unseren Entwaldungs-Fußabdruck zu verkleinern? Diese Aufgabe ist mir als sogenannte Berichterstatterin vom Europäischen Parlament übertragen worden. Am 15. Juni 2020 wurde ein erster Bericht veröffentlicht. Damit habe ich den ersten Schritt getan, um ein neues EU-Gesetz zu schreiben, das sog. entwaldungsfreie Lieferketten in Recht setzt. Freiwillige Vereinbarungen reichen nicht aus. Auch Label verlagern die Verantwortung lediglich auf uns Konsumenten. Vor dem Supermarktregal ist schwer zu erkennen, welche Nachhaltigkeitskriterien hinter einem Label stecken und ob ihre Einhaltung glaubwürdig überprüft wurde.

Dafür braucht es einen politischen Rahmen, den ich auch hier in Schleswig-Holstein mit der „Initiative Lieferkettengesetz“ und verschiedenen Unternehmen diskutiert habe. Denn ohne eine nationale Umsetzung und die Akzeptanz vor Ort geht es nicht. Aber am Ende können wir uns sicher sein, dass für unsere Schokolade oder unseren Kaffee keine Wälder sterben mussten.

Mit solidarischen Grüßen

Der Berichtsentwurf von Delara geht nach der Sommerpause in den Umweltausschuss. Unter ihrer Leitung beginnen die Fraktionen mit Verhandlungen über Kompromisse. Ende September wird dann im Umweltausschuss über die Anträge – mit oder ohne Kompromiss – abgestimmt. Für die finale Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlamentes mit einer mehrheitlichen Zustimmung für ihren Entwurf drücken wir Delara ordentlich die Daumen!

Text: Udo Gosch
Foto: Marc Fricke

 
 

13.09.2020 in Aktuelles

Wegweisende Entscheidungen

 

Auf der letzten Bauausschusssitzung gelang es unserer Fraktion letztendlich, die Blockadehaltung der CDU zu zwei Großprojekten aufzubrechen. Nach neun Jahren intensivster Gespräche, diversen Ausschusssitzungen, Bürgerworkshops und Einwohnerversammlungen sind nun endlich die Aufstellungsbeschlüsse für das Hotelprojekt und für die geplante Wohnbebauung im Bereich der Strandkoppel beschlossen worden. In den nächsten Wochen kann nun begonnen werden, die Bauleitplanung voran zu bringen.

Auch der Neubau eines Feuerwehrgerätehauses in Roge wurde endlich beschlossen. Vor diesem bahnbrechenden Abend ist jedoch viel „Porzellan zerschlagen“ worden. Dem Architekten wurde von der Gegenseite vorgeworfen, mit unlauteren Zahlen zu agieren, der Bauamtsleiterin wurde ein falscher Ton vorgeworfen und unserer Fraktion wurde eine politische Intrige angedichtet. Im Ausschuss selbst wurde dann eine Wirtschaftlichkeitsüberprüfung zu zwei unterschiedlichen Standorten des Gerätehauses vorgestellt. Nach unendlich vielen sachlichen und unsachlichen Fragen und Argumenten wurde dann doch letztendlich die aus unserer Sicht richtige Entscheidung getroffen.

Am Ende der Diskussion gab der Fraktionsvorsitzende der CDU mit großer Unverfrorenheit zum Besten, dass die Fraktion FWV/SPD der große Hemmschuh in dieser Sache gewesen sei. Seiner Meinung nach hätte der Bau des Gebäudes schon vor zwei Jahren abgewickelt werden können. Der Ton macht die Musik. Von guter Zusammenarbeit kann hier nicht geredet werden. Danken

möchten wir auf jeden Fall unserem Stadtplaner Herrn Nagel, unserem Architekten Herrn Hoffmann und der Bauamtsleiterin Frau Cleven, die durch ihre fundierte Arbeit zum Gelingen dieser Entscheidungen beigetragen haben.

Foto: Thomas Garken

 
 

19.08.2020 in Aktuelles

Sommersaison zu Corona-Zeiten

 

Die Corona-Pandemie hat enorme Auswirkungen auch auf die Sommersaison am Sierksdorfer Strand. Da die deutsche Bevölkerung durch die Warnungen für einen Urlaub im europäischen Ausland in ihren Reiseplänen stark eingeschränkt wurde, war die innere Lübecker Bucht das sichere Hauptreiseziel der gesamten Bundesrepublik. Traumwetter mit Temperaturen über 30 Grad führte dann auch noch zu einem deutlichen Anstieg der Tagestouristen u.a. in Sierksdorf. So konnte unsere TSS pro Badetag einen Besucherstrom von 8000 bis 10000 Gäste registrieren.

Dies wurde für uns zu einer großen Herausforderung bezüglich der Umsetzung der Corona-Regeln am Strand. Die Parksituation erforderte eigentlich viele Maßnahmen, die wir gerne getroffen hätten, leider waren uns die Hände gebunden. Es galt Ruhe zu bewahren um couragiert eingreifen zu können.

Die Situation am Strand war bis auf wenige Ausnahmen immer vertretbar. Es war glücklicherweise nur wenig Unverständnis für die notwendigen Maßnahmen vorhanden. Die Beschwerden hielten sich in Grenzen.

Allerdings hatte die Gemeinde zur Unterstützung ihres vierköpfigen Strandpersonals, zum Teil mit Ordnungsamtsbefugnissen ausgestattet, an den Wochenenden noch zusätzlich einen privaten Sicherheitsdienst engagiert. Ebenso waren Frau Hufnagel von der Werksleitung TSS und der Bürgermeister mehrmals am Tag im Ort unterwegs, um sich selbst einen Überblick zu verschaffen. Das ein deutlich erhöhtes Müllaufkommen zu verzeichnen war, ist nur natürlich. Man kann in diesem Zusammenhang dem Strandpersonal, dem Bauhof und den Mitarbeitern der TSS nur ein ganz großes Lob für ihre geleistete Arbeit in brütender Hitze aussprechen.

Weitaus chaotischer gestaltete sich die prekäre Parkplatzsituation. Obwohl im Strandticker die Ampeln auf Rot standen, obwohl aufgestellte Banner und LED-Tafeln an allen Zufahrtsstraßen auf die überlastete Situation hinwiesen und obwohl im Radio und auf den Bahnhöfen Durchsagen vom Besuch der Bäder abrieten, kamen immer mehr Gäste an die Ostsee. „Wie, haben wir immer noch Corona?“ Um die Durchfahrt für Rettungsfahrzeuge sicher zu stellen, plante die Gemeinde, Straßensperrungen vorzunehmen, was aber aus juristischen Gründen vom Kreis untersagt wurde. Erst als der Bürgermeister gemeinsam mit der TSS den Tourismusminister Dr. Bernd Buchholz kontaktiert hatte, verbesserte sich die Situation ein wenig. So war eine deutlich erhöhte Polizeipräsenz zu verzeichnen und für die Zukunft wurde ein Treffen vor Ort vereinbart, um weitreichende Maßnahmen festzulegen.

Vor fünf Monaten war Deutschland zu einer echten Gemeinschaft mit viel Zusammenhalt, gegenseitiger Hilfe und auf einander achtgeben geworden. In Zeiten dieser heißen Urlaubsphase entsteht jedoch der Anschein, dass es mit Solidarität und Rücksichtnahme nicht mehr weit her ist. Die riesigen Müllberge lassen auch den Schluss zu, dass der Kampf um den Umweltschutz wieder vergessen ist. Lass man die anderen machen! Zuerst ich lautet für viele wieder die Parole. Der gesamte Pandemieverlauf wird wieder aufs Spiel gesetzt von all denen, die sich ihre eigenen Regeln aufstellen.

Foto: Franziska Haarig

 
 

15.08.2020 in Aktuelles

Offene Sprechstunden für die Bürger*innen der Gemeinde Sierksdorf

 

Der Sierksdorfer Bürgermeister Udo Gosch teilt mit, dass die offenen Bürgersprechstunden nach dem Corona-Lockdown wieder regelmäßig stattfinden.

Dieser Termin findet wie bisher regelmäßig an jedem Mittwoch von 18.00 bis 18.30 Uhr im Haus des Gastes, Vogelsang 1, statt. Dem Bürgermeister ist es wichtig, auf Fragen und Anregungen der Bürger und Bürgerinnen jeglichen Alters einzugehen. Sie können ohne vorherige Terminabsprache diese Möglichkeit mit ihm zu diskutieren gerne nutzen.

Natürlich ist er auch zwischen den Terminen für seine Mitbürger da. Vereinbart werden kann dann ein Termin unter 04563/7428 oder unter udogosch@gmx.de.

Foto: Thomas Garken 

 
 

04.08.2020 in Aktuelles

Bäderbahn vor dem aus?

 
Beispielbild

Die Deutsche Bahn hat, wie in den Tageszeitungen zu lesen war, gerade jetzt Teilabschnitte der Bäderbahn zum Verkauf ausgeschrieben. Betroffen in unserer Region (ausgenommen Bahnlinie Sierksdorf/Neustadt und unser Bahnhof) sind der Abschnitt von Ratekau bis Haffkrug und das Neustädter Binnenwasser. Einher geht dieser Verkauf auch mit der Schließung der Bahnhöfe. Neu zu errichtende Bahnhöfe werden für einige Orte zusammengelegt und ins Landesinnere gerückt.

Die Bahn begründet ihr Vorhaben u. a. mit einer 55 km langen Neubaustrecke als Ergebnis des Raumordnungsverfahrens und der Forderung der Region, dass es keinen Trassenverlauf durch die Ostseebäder geben soll. Die Stilllegung/der Verkauf erfolgt erst mit der Inbetriebnahme der neuen Bahnstrecke. Erfolgt ein Verkauf z. B. an ein privates Eisenbahnunternehmen, ist dieses Unternehmen verpflichtet, den Betrieb aufrecht zu erhalten und die Gleisanlage instand zu halten. Ist der Erwerb der Stilllegungsstrecken noch sehr günstig, müssen die Käufer jedoch mit extrem hohen Investitionskosten rechnen.

Die Verkaufsausschreibung läuft noch bis zum 11. September. Meldet sich in diesem Zusammenhang kein Interessent, wird die Bahn den Antrag auf Stilllegung stellen. Nach der Stilllegung muss die Strecke dann entwidmet werden, um die Gleisanlage abbauen zu können.

Für uns, die Kommunalpolitiker, die engagierten Bürger und die Mitglieder in den unterschiedlichen Bürgerinitiativen stellt sich die Frage, warum ist gerade dieser Zeitpunkt mit seinem relativ kurzen Zeitraum gewählt worden ist? Ist er bewusst gewählt worden, weil es Sommer- und Ferienzeit ist? Ist er gewählt worden, weil sitzungsfreie Zeit ist und die ehrenamtlichen Kommunalpolitiker so keine Möglichkeit haben, auf die neue Situation zu reagieren? Ist den Entscheidungsträgern bewusst, dass mit dem „Aus“ der Bäderbahn mit einem verstärkten Autoverkehr zu rechnen ist und die Tourismusbranche mit einem Umsatzverlust rechnen muss? Fragen über Fragen bezogen auf ein Projekt, das kaum einer will.

Bildquelle: pixabay.com

 
 

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