Tarifverhandlungen im öffentlichen Dienst
Seit dem Januar dieses Jahres laufen die Tarifverhandlungen für die
Angestellten und Beamten im öffentlichen Dienst. Jetzt nach drei
gescheiterten Verhandlungsrunden, mehreren Warnstreiks und nach
einer Schlichtung einigten sich in einer vierten Verhandlungsrunde die
Tarifpartner. Im Wesentlichen bezog man sich dabei auf eine Empfehlung
der Schlichtung unter Führung von Roland Koch (CDU) und Hans-
Henning Lühr (SPD).
Demnach steigen die Einkommen in zwei Stufen um 5,8 Prozent
rückwirkend zum 1. Januar 2025 mit einer Laufzeit von 27 Monaten. Teil
der Einigung ist auch ein weiterer Urlaubstag ab 2027 sowie ein
flexibleres Arbeitszeitmodell als Mittel gegen den Fachkräftemangel.
Arbeitnehmer können Teile des 13. Monatsgehaltes
(Jahressonderzulagen) in maximal drei freie Tage umwandeln. Auch
können sie ihre Arbeitszeit freiwillig auf bis zu 42 Stunden pro Woche
erhöhen.
Festzuhalten ist aber auch, dass sich die Gewerkschaft und der
Beamtenbund mehr versprochen hatten. So fehlt weiterhin ein
flächendeckender Tarifvertrag.
Nicht immer hatten die Arbeitgeber eine glückliche Hand bei ihren
Aussagen. So wurde gesagt, dass 300 Euro und drei zusätzliche freie
Tage mehr viele Krankenhäuser und Pflegestützpunkte nicht leisten
können. Aber von ihren Arbeitnehmern verlangen sie permanent mehr
Einsatz. Im Gegensatz zu vielen anderen Berufsgruppen können sich
Beschäftigte im pflegerischen Bereich keine Brückentage bilden. Alte,
kranke und pflegebedürftige Personen benötigen eine rundum
Versorgung. 9 Tage arbeiten, 1 Tag frei oder mal nur 7 Tage arbeiten,
1 Tag frei sind zwar nicht die Norm, haben aber viel mit krankem oder
fehlendem Pflegepersonal zu tun. Ausländisches Personal ist nicht
immer hilfreich, kann auch zusätzlich belasten (Sprachbarrieren z. B.).
Auch Personal von Zeitarbeitsfirmen muss eingewiesen werden und sich
integrieren können, ohne den Arbeitsablauf zu behindern. Eine
Umstrukturierung der Arbeitszeiten wäre dringend angebracht. Ein paar
Tage mehr Urlaub für die Beschäftigten in der Pflege müssen unbedingt drin sein.






