Die Geschichte des Tarek
Der junge Tarek war mit seinen Eltern und den kleineren Geschwistern aus dem umkämpften Nordsyrien in die Türkei geflohen. Die finanziellen Mittel der Familie ermöglichten nur dem ältesten Sohn ein Weiterkommen. Tarek setzte seine Flucht allein nach Griechenland fort und landete mit gefälschten Papieren per Flugzeug in Hamburg. Diese Ankunft in Hamburg gelang auch nur mit erstaunlichen Hindernissen. Sein erster Versuch, mit einem rumänischen Ausweis ins Flugzeug zu steigen, scheiterte. Er wurde zwei Stunden in einem Büro festgehalten. Ohne Angaben von Gründen konnte er dann gehen mit dem Hinweis, es morgen noch einmal zu probieren. Diese Prozedur wiederholte sich mit einem italienischen und einem französischen Ausweis. Erst mit einem polnischen Ausweis gelang die Flucht. Wer die Sicherheitsstandards in Europa kennt, ist entsetzt, von dieser Handhabung zu erfahren. Nach seinen eigenen Aussagen warteten in Griechenland schätzungsweise 20.000 Flüchtlinge, um ebenfalls mit gefälschten Papieren per Flugzeug, zu Fuß über den Balkan oder per Schiff über das Mittelmeer in das zentrale Europa zu gelangen. Tareks Familie pendelt seit ihrer Trennung noch immer im türkisch - syrischen Grenzraum. Sein Vater ist bei einer Offensive der syrischen Armee erschossen worden.
Tarek selbst lebt nach der Erstaufnahme in Neumünster jetzt in Achterwehr im Kreis Rendsburg-Eckernförde. Er ist von der Hilfe, die er und auch andere Flüchtlinge hier erhalten, überwältigt. Dass er offen, frei und ohne Einschränkungen im Landtag in Kiel über seine Geschichte reden darf, läßt ihn staunen. Seine Zukunft sieht er in Deutschland. Er möchte, wenn irgend möglich, sein begonnenes Studium fortsetzen.






