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Europa und die Regenwälder der Welt - ein gekürzter Bericht von Delara Burkhardt

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Liebe Europainteressierte,

habt ihr heute schon Kaffee getrunken oder Schokolade gegessen? Könnt ihr mit Sicherheit sagen, dass die enthaltenen Kaffee- und Kakaobohnen oder das Palmöl nicht zur Entwaldung beigetragen haben? Die EU importiert die Zerstörung der Regenwälder der Welt. Für 25 % der Weltbevölkerung sind Wälder Lebensgrundlage und Einkommensquelle. Jede Stunde wird weltweit eine Waldfläche in der Größe von 800 Fußballfeldern vernichtet. Schuld daran trägt vor allem der Holzabbau und Brandrodungen, um Platz zu schaffen für Soja, Palmöl, Mais Kautschuk, Kaffee oder Kakao. 10 % davon, also 80 Fußballfelder, fallen auf uns und unseren Konsum in der EU zurück.

Die massive Vernichtung von Wäldern hat katastrophale Auswirkungen auf Natur und Menschen. Emissionen aus der Vernichtung von Wäldern machen mit 12 % weltweit den zweitgrößten Treiber des Klimawandels aus. Die Zerstörung von Wäldern geht oft mit Verletzungen von Menschenrechten einher.

Was können wir in Europa tun, um unseren Entwaldungs-Fußabdruck zu verkleinern? Diese Aufgabe ist mir als sogenannte Berichterstatterin vom Europäischen Parlament übertragen worden. Am 15. Juni 2020 wurde ein erster Bericht veröffentlicht. Damit habe ich den ersten Schritt getan, um ein neues EU-Gesetz zu schreiben, das sog. entwaldungsfreie Lieferketten in Recht setzt. Freiwillige Vereinbarungen reichen nicht aus. Auch Label verlagern die Verantwortung lediglich auf uns Konsumenten. Vor dem Supermarktregal ist schwer zu erkennen, welche Nachhaltigkeitskriterien hinter einem Label stecken und ob ihre Einhaltung glaubwürdig überprüft wurde.

Dafür braucht es einen politischen Rahmen, den ich auch hier in Schleswig-Holstein mit der „Initiative Lieferkettengesetz“ und verschiedenen Unternehmen diskutiert habe. Denn ohne eine nationale Umsetzung und die Akzeptanz vor Ort geht es nicht. Aber am Ende können wir uns sicher sein, dass für unsere Schokolade oder unseren Kaffee keine Wälder sterben mussten.

Mit solidarischen Grüßen

Der Berichtsentwurf von Delara geht nach der Sommerpause in den Umweltausschuss. Unter ihrer Leitung beginnen die Fraktionen mit Verhandlungen über Kompromisse. Ende September wird dann im Umweltausschuss über die Anträge – mit oder ohne Kompromiss – abgestimmt. Für die finale Abstimmung im Plenum des Europäischen Parlamentes mit einer mehrheitlichen Zustimmung für ihren Entwurf drücken wir Delara ordentlich die Daumen!

Text: Udo Gosch
Foto: Marc Fricke

 
 
 

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