
Bildungsnotstand in Schleswig-Holstein?
Zu diesem Thema hatten Bildungspolitiker des Landes und des Kreises nach Eutin eingeladen. Teilnehmer der Diskussionsrunde waren der Landesvorsitzende Ulf Kämpfer, der bildungspolitische Sprecher Martin Habersaat sowie Schulleiter und Elternvertreter. Aus Sierksdorf wohnten Ines Dedow, Andrea Wellm und Udo Gosch der Veranstaltung bei und thematisierten dies auch am folgenden Tag auf ihrem Stammtisch. Das diese Thematik nicht ganz neu ist verdeutlicht folgende Aussage: „Die Jugend von heute liebt den Luxus, hat schlechte Manieren und verachtet die Autorität.“ Dies Aussage spricht man dem griechischen Philosophen Sokrates (469 bis 399 vor Christus) zu. Mangelnde Schulausstattung, marode Schulgebäude, Integrationsproblematik, Lehrermangel, Stellenabbau, Stundenreduzierung, steigende Zahlen von Schulabbrüchen, Vergrößerung der DaZ-Klassen, mangelnde Schwimmausbildung sind nur ein Teil der immer wieder aufgeführten Probleme. 20 Prozent der „Grundschullehrer“ sind mittlerweile Quereinsteiger, ohne fundiertes Wissen hinsichtlich Pädagogik, Psychologie, keinerlei Kenntnisse über Methodik und Didaktik. Das Schüler sich verändert haben aber auch die Gegebenheiten der Gesellschaft, dass die Polarisierung der Gesellschaft nicht vor der Bildung halt macht, ist alles hinlänglich bekannt. Auch das nach wie vor der Familienstand und der Wohnort existentiell die Voraussetzungen für Bildung schafft. Lösungen für diese komplexen Aufgaben sind nur schwer zu finden. Trotzdem wurden einige aufgezeigt:
- mehr Lehrer und Schulbegleiter
- deutliche Verbesserung der Basiskompetenzen, z. B. durch das tägliche verbindliche Lesen – Leseband
- Ganztagsbetreuung kostenfrei wie in Hamburg
- öffnen der Brennpunktschulen schon vor Unterrichtsbeginn und Offenhalten nach dem Unterricht, natürlich mit Gesprächspartnern
- Wiederherstellung der Bildungskonferenzen, die ab 2012 positive Veränderungen gebracht haben
- nicht nur kostenlose Möglichkeiten das Abitur nachzuholen, sondern auch diese Möglichkeit für den ESA und die MR
- Zusammenlegung der Klassen 8 und 9 um durch Aufteilung in Trimester und mehrere längere Praktika dem Schulabbruch entgegen zu wirken. Es bleibt nur zu hoffen, dass zumindest einige dieser Maßnahmen greifen.






