Wohnraum stapeln oder Lebensraum gestalten?

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Am 25. September 2018 besuchte unser Fraktionssprecher Udo Gosch einen Vortrag der       SPD-Landtagsfraktion mit dem Titel „Wohnraum stapeln oder Lebensraum gestalten?“ Wohnen ist ein Grundrecht und somit eine zentrale Frage unserer Zeit. Die Wohnungsfrage ist mitentscheidend für die Zukunft der Städte aber auch für die der ländlichen Kommunen.

Professor K. Wachten Leiter des Instituts für Städtebau und Landesentwicklung der RheinischWestfälischen-Technischen Hochschule Aachen war der Hauptredner des Abends. In seinem Vortrag vermittelte er sieben Anregungen, an die er die Stadtentwicklung der nächsten Jahrzehnte festmacht.

1. Das Wohnungsproblem ist in der Mitte der Gesellschaft angekommen, leistbares Wohnen (ein Begriff des sogenannten roten Wiens) wird uns über einen längeren Zeitraum verfolgen.

2. Sozialorientierte Wohnungsversorgung kann häufig nur im Verbund mit dem Umland erfolgen.

3. Sozialer Wohnungsbau bedeutet ökonomische und soziale Verantwortung.

4. Der vorhandene Bestand an altem Baubestand muss erhalten werden.

5. Die Politik kann sich keine Fehlentscheidungen leisten, sondern muss sich seiner Verantwortung bewusst sein.

6. Bedarfsgerechte Wohnungsplanungen müssen wieder in die Verantwortung der Städte und Kommunen gelangen.

7. Es müssen auch unpopuläre Entscheidungen getroffen werden, z.B. enger und höher bauen.

Professor Wachten untermauerte diese Anregungen durch viele Beispiele aus Untersuchungen der letzten Zeit. So ist es in Köln durch den permanenten Anstieg der Bevölkerung zu einem Überschwappen in die Nachbargemeinden gekommen. Dies wird wiederum von den betroffenen Gemeinden vehement abgelehnt. In Berlin haben Untersuchungen gezeigt, dass bei einer Wohnungssuche im zentralen Bereich der Stadt 60 Prozent des Einkommens für die Miete aufgebracht werden müssen.

Viele Beispiele kamen aus Wien, die durch ihren sozialen (leistbaren) Wohnungsbau als großes Vorbild für Viele gilt. Für den Erfolg Wiens macht Prof. Wachten das sogenannte 4-Säulen Modell verantwortlich. Soziale Nachhaltigkeit, Architektur, Ökologie und Ökonomie müssen ganz eng aufeinander abgestimmt sein. Natürlich braucht auch der ländliche Raum dringend bezahlbaren Wohnraum. Dies kann aber nur einhergehen mit der nötigen Infrastruktur, der täglichen Versorgung, der medizinischen Versorgung, dem angemessenen Leben im Alter und eine ausreichende Mobilität um Arbeit, Schule und Kultur angemessen zu erreichen.

Fazit: ein ungeheuer lehrreicher und informativer Abend.

 
 

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