Die Befreiung-verwehte Spuren
„Die Befreiung - Verwehte Spuren“; die Tragödie der Cap-Arcona
Unter diesem Titel hatte der Vorsitzende des Haffkruger Vereins „Zukunft braucht Erinnerung“ Helmut Kurth anlässlich des 80. Jahrestages der Tragödie in das Haffhus eingeladen. Die Veranstaltung soll als Impulsgeber für die Meinungsbildung in der gegenwärtigen politischen Lage dienen. Als Referent wurde der Neustädter Wilhelm Lange eingeladen, der als anerkannter Fachmann der Cap-Arcona-Tragödie gilt, bei der über 7000 Häftlinge ihr Leben verloren. Rund 120 Personen waren der Einladung gefolgt, darunter auch eine Vertreterin des polnischen Konsulats aus Hamburg. Leider waren nur wenige Sierksdorfer Bürger anwesend. Dem Befehl des SS-Reichsführers Himmler folgend „kein Häftling darf lebend in die Hände der Alliierten fallen“ begannen die Deutschen die KZ-Häftlinge vor den vorrückenden Fronten auf Todesmärsche zu schicken. Wahllose Erschießungen und die ungeheure Brutalität der Bewacher führten schon hierbei zu vielen Toten. In Lübeck waren bereits über 10000 Häftlinge des KZ-Neuengamme versammelt, um mit Schiffen fortgebracht zu werden. Auf der „Cap-Arcona“ und der „Deutschland“ waren bereits Tausende Häftlinge in der Neustädter Bucht. Die Tragödie selbst war eine Verquickung unglücklicher Umstände. Eine Staffel der Royal Air Force flog eine bewaffnete Aufklärung mit dem primären Ziel, den Großenbroder Flughafen anzugreifen. Beim Anflug bemerkten sie eine Schiffsansammlung in der Neustädter Bucht und hielten sie irrtümlich für Truppentransporter der Wehrmacht. Informationen des Schweizer Roten Kreuzes und später auch des Schwedischen Roten Kreuzes kamen zu spät. Auch die britische Armee erreichte Neustadt erst am Nachmittag des 3. Mai, als die Tragödie bereits geschehen war. Nach dem Angriff kam es zur Selbstversenkung der Cap-Arcona durch Zündung der explosiven restlichen Gase im Backbordtank. Wenn auch heute noch von Erschießungen am Neustädter Strand gesprochen wird, so waren es nicht die Überlebenden der Cap-Arcona sondern Häftlinge aus dem KZ Stutthof. Auf einem Überführungstransport von Danzig nach Neustadt strandeten die Schuten mit den Häftlingen vor Pelzerhaken. Ebenfalls am 3. Mai erschossen die SS-Bewacher rund 300 Häftlinge des Stutthofer KZ am Neustädter Strand. Mit den Worten des Überlebenden Manfred Goldberg „Schweigen ist keine Option. Damit gibt man dem Bösen die Möglichkeit zu triumphieren“ endete die denkwürdige Veranstaltung. Zur „Nacht der 80 Lichter“ versammelten sich anschließend rund 50 Besucher der Veranstaltung zum Gedenken der Toten auf dem Cap-Arcona-Friedhof.
Der SPD-Ortsverein Sierksdorf greift diese Thematik noch einmal für seinen Stammtisch am 8. Mai in der „Strandperle“ an der Pfingstbek-Promenade auf und möchte sich mit den Besuchern austauschen und diskutieren. Helmut Kurth ist selbstverständlich mit vor Ort.






